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Mittwoch, 22. September 2021

kuratiert von Alem-Adina Weisbecker, Anna von Stefenelli und Egon Huschitt
Deutschlands trübe Aussichten, Flexibilität für Energiewende, Schlechtere Tarife für Ungeimpfte

TITEL- UND WIRTSCHAFTSSEITEN

FAZ: Russlands riskantes Spiel mit Gas
Handelsblatt: Rekord bei Investitionen
Tagesspiegel: Das große Bibbern

NACHRICHTEN

Trübe Aussichten für deutsche Wirtschaft: Während sich die Wirtschaft in Gesamteuropa noch im Jahr 2021 kräftig erholen dürfte, fällt Deutschland bei den Wachstumsaussichten zurück. Die Industriestaaten-Organisation OECD sagt der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr wegen Lieferengpässen in der Industrie ein geringeres Wachstum voraus als bislang angenommen. Die OECD erwartet, dass das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr nur noch um 2,9 Prozent zulegen wird. Im Mai waren noch 3,3 Prozent vorhergesagt worden. Damit landet Deutschland auf dem 17. Platz der 20 von der OECD untersuchten Länder, hinter Indonesien und nur knapp vor Russland. Der Grund: Die stark in den globalen Handel eingebundene Autoindustrie und das verarbeitende Gewerbe seien besonders hart von den weltweiten Lieferengpässen und den Logistikschwierigkeiten betroffen.
tagesschau.desueddeutsche.de, deutschlandfunk.de

Mehr Flexibilität und Smart Meter für die Energiewende: Will Deutschland seine Klimaziele erreichen, muss es bei der Energiewende deutlich zulegen. Bisher liegt die Bundesrepublik nur im Mittelfeld. Dies geht aus dem zweiten Bericht für den Index für die Bereitschaft zur Transformation des Strommarkts (Energy Transition Readiness Index) hervor, den die britische Association for Renewable Energy and Clean Technology (REA) in Kooperation mit dem Energiemanagement-Unternehmen Eaton veröffentlicht hat. Deutschland habe zwar von allen untersuchten Ländern den größten Strommarkt und produziere die größte Strommenge aus erneuerbaren Energien. Dennoch betrage sein Anteil wegen des hohen Bedarfs nur 41 Prozent am gesamten Stromverbrauch. Im vergangenen Jahr war Kohle wieder Deutschlands wichtigster Energieversorger. Am Energiemarkt würden zudem kleinere Akteure benachteiligt, die mit Innovationen die Energiewende vorantreiben wollten. Laut den Forschern benötigt Deutschland künftig dringend mehr Ressourcen, um die Flexibilität des Strommarkts zu erhöhen. Außerdem seien mehr Smart Meter nötig. Diese intelligenten Stromzähler und die zugehörigen Schnittstellen gelten als Schlüsselkomponente für die Kontrolle und Abrechnung einschlägiger dezentraler Flexibilitätsoptionen wie etwa Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach.
stern.de, zeit.de

Lockerung der US-Einreisebeschränkungen lässt Wirtschaft erstmal aufatmen: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat sich erleichtert über die Ankündigung der USA gezeigt, ab November ihre pandemiebedingten Beschränkungen für Einreisende aus Europa zu lockern. Der „Travel Ban“ schade der deutschen Wirtschaft, weil durch die eingeschränkte Mobilität insbesondere von Technikern und Ingenieuren wichtige Aufträge und damit Exporte nicht zustande gekommen seien. Den deutschen Unternehmen in den USA sei ein geschätzter Schaden in zweistelliger Milliardenhöhe entstanden. Lockerungen für Reisende aus dem Schengenraum sind auch laut dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) überfällig. Verzögerungen in der Produktion, Lieferung und Durchführung strategischer Projekte gehörten ab November hoffentlich der Vergangenheit an. Die Buchungen für USA-Reisen nehmen bereits zu. Seit Monaten hatten Vertreter der Europäischen Kommission und der französische Präsident Manuel Macron die US-Regierung gedrängt, bestehende Beschränkungen aufzuheben.
tagesschau.de, finanzen.net

R+V-Chef fordert schlägt unterschiedliche Tarife von Geimpften und Ungeimpften vor: 34.200 Euro kostet durchschnittlich ein beatmeter Covid-19-Patient. Das hat die AOK bei einer Erhebung für das ARD-Politmagazin „Report“ festgestellt. Kosten, die durch eine Impfung in weiten Teilen vermeidbar wären. Krankenkassen könnten Ungeimpften deshalb künftig ungünstigere Tarife anbieten, sagt R+V-Chef Norbert Rollinger in einem Interview. Schließlich verursachten die auch höhere Kosten für das Gesundheitssystem. Er argumentierte damit, dass private Krankenkassen bereits beim Tarif zwischen Rauchern und Nichtrauchern unterscheiden dürfen.
stern.de, swr.de

  • Bier, Fleisch und Co sind Mangelware: CO2-Krise bedroht Lebensmittelmarkt der Briten sueddeutsche.de
  • Zusammenschluss der Landesbausparkassen West und Nord focus.de
  • Dax erholt sich – ein Crash ist nicht mehr so wahrscheinlich wie in den Tagen zuvor handelsblatt.com
  • Alibaba: Die nächsten Tiefpunkte deraktionaer.de
  • Mehr Strom aus Kohle: Deutsche Energiewende dreht plötzlich um wirtschaftskurier.de

DIGITALISIERUNG

Zu viel Digitalisierung? Mitarbeiter von Ikea streiken: Mitarbeiter der schwedischen Möbelhauskette Ikea haben am Dienstag bundesweit gestreikt. Zentrum der Streikaktivitäten sind demnach Niedersachsen und Bremen, aber auch Einrichtungshäuser in ganz Deutschland beteiligten sich daran. Die Gewerkschaft kritisiert den „rasant stattfindenden digitalen Transformationsprozess“, auf den Ikea seine Mitarbeiter nicht genügend vorbereite. Aktuell gehe es zwar um Lohnerhöhungen. Bei Ikea fordern die Beschäftigten laut Verdi-Gewerkschaftssekretärin Maren Ulbrich aber auch einen Tarifvertrag, der die rasante digitale Transformation des Unternehmens im Sinne der Beschäftigten regelt. Ziel sei es unter anderem, Beschäftigungssicherung, Qualifizierung und die menschengerechte Gestaltung von Technik tarifvertraglich zu regeln und für die Beschäftigten abzusichern.
verdi.de, faz.net

Deutschland hinkt in Sachen Digitalisierung hinterher: Der kürzlich vom European Center for Digital Competitiveness in Berlin herausgegebene „Digital Riser Report“ hat dies schonungslos beziffert. Demnach ist die Bundesrepublik im internationalen Vergleich zum zweiten Mal in Folge auf dem vorletzten Platz der sieben wichtigsten (G7) Industrienationen gelandet. Auch der Continental-Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle urteilte harsch über den Digitalisierungsfortschritt in Deutschland. Das Land sei „schläfrig, einfallslos, führungslos und international leider im Abstieg begriffen“. Im jüngst veröffentlichten Global Innovation Index 2021 der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) hat sich Deutschland um eine Position – auf den zehnten Platz – verschlechtert. Bei der digitalen Beteiligung der Bevölkerung rutschte Deutschland von Platz 23 im Vorjahr auf Platz 57 ab, bei Digitalangeboten der öffentlichen Verwaltung sogar von Platz 17 auf Platz 59.
focus.de, it-production.com, handelsblatt.com

SAFETY & SECURITY

Neuer DeFi Hack sorgt für Millionenschaden: Das Hacking von dezentralisierten Finanzmärkten (DeFi) scheint aktuell immer wieder Thema zu sein. Denn wiederholt sorgt ein DeFi-Hack für einen Millionenschaden. Nun geht es um pNetwork und die darauf hinterlegten pBTC, die sich mit einer Attacke auf der Binance Smart Chain (BSC) konfrontiert sehen. Am 19. September gab pNetwork auf Twitter bekannt, dass das Netzwerk angegriffen und dabei 277 Bitcoin gestohlen wurden. Das sind knapp 12,7 Millionen US-Dollar. Bisher ist unklar, ob es sich bei dem Hack um einen Diebstahl handelt oder die Person oder Gruppe damit auf eine Sicherheitslücke aufmerksam machen wollte. Demnach unterscheidet man in White Hat und Black Hat Hacker. Erstere sind die, die mit Erlaubnis Schwachstellen in der IT-Infrastruktur suchen und finden. Letztere brechen in geschützte Netzwerke ein, um Daten oder, wie in diesem Fall, pBTC zu stehlen.
btc-echo.de

Windows und Microsoft Office – Hacker nutzen gefährliche Sicherheitslücke aus: Microsoft und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnen vor einem Sicherheitsleck in Office. Erste Hackerangriffe auf Windows-Systeme sind bekannt. Mittlerweile wurde ein Patch öffentlich gemacht. Mit manipulierten Office-Dokumenten versuchen Hacker die Kontrolle über diverse Windows-Computer zu bekommen. Der Software-Gigant schätzte das Problem als sehr bedrohlich ein und nannte die Sicherheitslücke „CVE-2021-40444“. Betroffen sind laut Microsoft zudem alle Windows-Versionen.
netzwelt.de

  • Wahlcheck: Die Pläne der Parteien zu Datensicherheit und Datenschutz t3n.de
  • Datenleck: Daten von 106 Millionen Thailand-Reisenden geleakt golem.de
  • Hacking: Tiktok löscht How-tos und Tutorials t3n.de

STRATEGIE & MANAGEMENT

Zalando verliert führenden KI-Forscher: Ralf Herbrich gilt als einer der führenden Köpfe für künstliche Intelligenz in Europa. Eineinhalb Jahre lang arbeitete er für Zalando, doch nun ist seine Zeit dort schon wieder vorbei. Beim Versandriesen war er Chef für Datenanalyse und maschinelles Lernen und als solcher direkt unterhalb der Vorstandsebene angesiedelt. Der Wissenschaftler stand mehreren Teams vor, die daran arbeiten, Daten über das Verhalten der Kunden auf Zalandos Plattform zu analysieren, um so unter anderem personalisiertere Angebote zu erstellen. Der Wechsel könnte mit Zalandos Technologievorstand Jim Freeman zu tun haben, der zuvor nach Berlin gewechselt war.
turi2.de, faz.net

Umwelthilfe verklagt BMW und Mercedes: Bei Shell hat es schon einmal geklappt, nun hofft die Deutsche Umwelthilfe (DUH) auch in Deutschland auf ein historisches Urteil: Die Organisation fordert von BMW und Mercedes, ab 2030 keine Autos mit Verbrenner mehr zu bauen. Der Verein hatte von den Unternehmen mit Frist bis Montag eine Unterlassungserklärung gefordert, die diese erwartungsgemäß ablehnten. Die Daimler-Tochter Mercedes-Benz kündigte an, man werde sich «mit allen juristischen Mitteln verteidigen». Die Fahrzeugflotte werde 2039 komplett klimaneutral sein – elf Jahre früher als es die EU-Gesetzgebung vorschreibe. DUH-Anwalt Remo Klinger verwies auf das Klimaurteil des Bundesverfassungsgerichts vom Frühjahr. Die Richter hatten einen ambitionierteren Klimaschutz angemahnt. Klinger sagte, es gebe ein Grundrecht auf Klimaschutz. Das verpflichte nicht nur den Staat, sondern auch Konzerne, die für den Ausstoß von mehr CO2 verantwortlich seien als ganze Industriestaaten.
manager-magazin.de, zeit.de, handelsblatt.com

ZITAT

„Während wir diese Zeit des unerbittlichen Krieges beenden, eröffnen wir eine neue Ära der unerbittlichen Diplomatie.“

sagte US-Präsident Joe Biden vor den Vereinten Nationen über seine außenpolitischen Pläne und künftigen internationale Beziehungen.
tagesschau.de

„Es wird Zeit, dass die Europäische Kommission nun endlich die nötigen Konsequenzen zieht und ihrer ureigensten Aufgabe nachkommt, um die Einhaltung der EU-Verträge durchzusetzen.“

sagte Verkehrsminister Andreas Scheuer über das Lkw-Nachtfahrverbot auf der Tiroler Inntal-Autobahn, das laut einem Rechtsgutachten gegen EU-Recht verstößt und den freien Warenverkehr auf einer der wichtigsten Transitrouten Europas einschränke.
sueddeutsche.de

DAS LETZTE

Entdeckung eines riesigen Ur-Pinguins:  15 Jahre ist es her, dass der Neuseeländer Mike Safey mit einer Gruppe Kinder auf Fossilienjagd im Kawhia Harbour an der Westküste der neuseeländischen Nordinsel ging. Dort fanden die Schüler ein Fossil eines Riesenpinguins. Die neue Art ist ein ganz besonderer Fund, wie Forscher der Massey Universität in Neuseeland in einer Studie bestätigen konnten, die nun im „Journal of Vertebrate Paleontology“ veröffentlicht wurde. Der Riesenpinguin war etwa 1,40 Meter groß und lebte vor rund 30 Millionen Jahren.
rnd.de, stern.de

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